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Mangan · Calcium · Anhang der Verordnung

Hunderttausend zu eins: Calcium in Gramm, Mangan in Milligramm

Ein Spurenelement und ein Mengenelement, in dieser Ausgabe nacheinander abgehandelt. Alle zitierten Sätze stammen aus Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Zur Zusammenschau

Zwei Nährstoffe, zwischen denen fünf Zehnerpotenzen liegen

Redaktioneller Text. Die beiden zugelassenen Formulierungen erscheinen weiter unten getrennt und im Wortlaut.

Ein erwachsener Körper führt rund ein Kilogramm Calcium mit sich. Beim Mangan bewegen sich die Schätzungen der Fachliteratur zwischen zwölf und zwanzig Milligramm — die gesamte Menge passt auf eine Fingerkuppe. Zwischen den beiden Bestandszahlen liegen etwa fünf Zehnerpotenzen, und dieser Abstand prägt alles, was danach kommt: die Messverfahren, die Tabellenspalten, die Frage, ob eine Portion überhaupt ins Gewicht fällt.

Deshalb ist diese Seite so aufgebaut, dass die beiden Stoffe nirgends zu einem gemeinsamen Absatz verschmelzen. Wer Calcium liest, liest an dieser Stelle nichts über Mangan, und umgekehrt. Das ist keine Marotte, sondern folgt der Systematik des europäischen Registers: Dort steht jede zugelassene Formulierung unter genau einem Nährstoff, mit einer eigenen Antragsnummer und einer eigenen Bewertung.

Was hier zusammenkommt, ist also nur der Anlass, nicht die Aussage. Beide Elemente werden in Ernährungstabellen unter derselben Rubrik geführt, beide sind in der Nährwertkennzeichnung mit einem Referenzwert hinterlegt, und beide tauchen in derselben Anlage der Verordnung auf — jeweils in einer eigenen Zeile.

Ein Mengenelement und ein Spurenelement — woran der Unterschied hängt

Die Einteilung ist rein quantitativ. Als Mengenelement gilt in der Ernährungslehre ein Mineralstoff, von dem der Körper mehr als etwa fünfzig Milligramm je Kilogramm Körpergewicht enthält; darunter beginnt der Bereich der Spurenelemente. Calcium liegt mit großem Abstand oberhalb dieser Schwelle, Mangan weit darunter.

Aus dieser Einteilung folgt ein praktischer Unterschied. Calcium wird in Lebensmitteln in Milligramm je hundert Gramm angegeben und lässt sich mit einfachen Verfahren bestimmen. Manganwerte stehen dagegen in derselben Einheit, aber mit Nachkommastellen, und die Streuung zwischen zwei Proben desselben Erzeugnisses fällt prozentual deutlich größer aus. Bodenherkunft und Verarbeitung schlagen bei kleinen Mengen stärker durch.

Prolidase holt Prolin aus abgebautem Kollagen zurück

Ein Beispiel dafür, wie wenig Metall genügt, wenn es katalytisch arbeitet: Die Prolidase spaltet Dipeptide, an deren zweiter Position Prolin oder Hydroxyprolin steht. Solche Bruchstücke fallen an, wenn Kollagen abgebaut wird. Das Enzym trägt in seinem aktiven Zentrum zwei Metallionen, und Mangan ist die Form, mit der es im Labor die höchste Umsatzrate zeigt.

Die Menge Mangan, die dabei gebunden ist, lässt sich nicht in Portionen umrechnen. Ein Enzymmolekül hält sein Ion über viele Reaktionszyklen fest und gibt es nicht ab. Genau darin liegt der Unterschied zu einem Baustoff, der eingelagert wird und dessen Menge sich am Gewicht des Gewebes ablesen lässt.

Xylosyltransferase setzt den ersten Zucker

Proteoglykane sind Eiweißmoleküle, an die lange Zuckerketten gehängt werden. Diese Ketten binden Wasser und geben der Grundsubstanz von Knorpel und angrenzenden Geweben ihre Druckfestigkeit. Der erste Schritt beim Anhängen einer solchen Kette ist die Übertragung eines einzelnen Xylosemoleküls auf einen Serinrest des Kernproteins.

Zuständig dafür ist die Xylosyltransferase, ein Enzym, das ein zweiwertiges Metallion benötigt; Mangan erfüllt diese Anforderung. Danach folgen Galaktose, eine zweite Galaktose und eine Glukuronsäure, bevor die eigentliche Kette beginnt. Diese Schilderung ist ein Auszug aus der Biochemie und keine zugelassene Angabe — als solche gilt allein der Satz, der weiter unten auf der Mangan-Karte steht.


Erst das eine Datenblatt, dann das andere

Beide Karten haben denselben Aufbau. Der zitierte Satz steht jeweils am Fuß der Karte, unter dem Element, dem er zugeordnet ist, und wird an keiner Stelle mit dem Satz der Nachbarkarte verbunden.

Ca 20

Calcium, gerechnet in Gramm

Calcium ist das mengenmäßig häufigste Metall im menschlichen Körper. Der weitaus größte Anteil liegt fest gebunden vor; nur ein kleiner Rest zirkuliert gelöst. Diese Aufteilung erklärt, warum ein Laborwert aus dem Blut und der Gesamtbestand zwei völlig verschiedene Größen sind und sich nicht ineinander umrechnen lassen.

In der Nährwertkennzeichnung ist Calcium mit 800 mg je Tag als Referenzwert hinterlegt (Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011). Diese Zahl dient der Etikettierung. Sie beziffert nicht den Bedarf einer einzelnen Person.

„Calcium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Mn 25

Mangan, gerechnet in Milligramm

Mangan gehört zu den Spurenelementen und liegt im Körper fast ausschließlich gebunden vor — in Enzymen, die es als Kofaktor in ihrer Faltung halten. Freie Manganionen kommen praktisch nicht vor. Der Bestand wird nicht über die Niere, sondern über die Galle nachjustiert, was Mangan von den meisten anderen Mineralstoffen unterscheidet.

Der Referenzwert für die Kennzeichnung liegt bei 2 mg je Tag, ebenfalls nach Anhang XIII. Getreidevollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte und schwarzer Tee stehen in Analysenlisten regelmäßig oben.

„Mangan trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Kaufbedingungen dieser Ausgabe

Die ausgeschriebene Zusammenschau enthält beide Kapitelstränge in voller Länge, dazu Gehaltstabellen mit Bandbreiten, ein Verzeichnis der genannten Enzyme und einen Frageteil. Zitiert wird darin dasselbe wie hier — nur mit mehr Erläuterung ringsherum.

Für Verbraucher gilt die gesetzliche Widerrufsfrist. Wie sie bei einer digitalen Datei angewandt wird, steht vollständig in der Widerrufsbelehrung.

49,00 € inkl. MwSt.

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